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Dateisysteme und Festplattenverwaltung von Windows NT

Die Abbildungen sind nur in der Word 97/2000 Version vorhanden. (Download s.u.)

Windows NT unterstützt mehrere zugleich aktive Dateisysteme – hierzu gehören die bekannten DateisystemeFAT und HPFS. Zugleich verfügt Windows NT über ein neues Dateisystem namens NTFS, das auf die zukünftigen sehr großen Festplatten und sehr schnellen Prozessoren ausgerichtet ist. Windows NT implementiert auch Redirectoren und Server als Dateisysteme. Darüber hinaus unterstützt Windows NT das CD-Dateisystem für CD-ROM-Laufwerke, das Named-Pipes_Dateisystem (NPFS) und das Mailslot-Dateisystem (MSFS). Die letzteren beiden werden für die Kommunikation zwischen Prozessen eingesetzt. Für das Lesen und Schreiben auf Festplatten konzentrierten wir uns auf FAT, HPFS und NTFS. Die Dateisysteme FAT und HPFS als Vorläufer von NTFS werden auf den folgenden Seiten vorgestellt.

Geschichte der Dateisysteme

1981 stellte IBM den ersten Personal Computer vor, der mit einem neuen, von Microsoft entwickelten Betriebssystem namens MS-DOS arbeitete. Der Computer enthielt einen 16-Bit-Prozessor Intel 8088 und zwei Laufwerke für Disketten mit niedriger Speicherdichte. FAT, das Dateisystem von MS-DOS, war mehr als hinreichend für die Formatierung der kleinen Disketten und für die Verwaltung hierarchischer Verzeichnisstrukturen und Dateien. FAT entsprach immer noch den Bedürfnissen der Benutzer, als sich während der nächsten Jahre Software und Hardware gleichermaßen stürmisch entwickelten. Jedoch nahmen nun das Suchen und Lesen von Dateien entschieden mehr Zeit in Anspruch, als dies bei den ursprünglichen kleinen Disketten des ersten IBM PC der Fall gewesen war. Ende der 80er Jahre war die Vision vom „Computer auf jedem Schreibtisch und in jedem Haushalt“ bereits zu großen Teilen zur Realität geworden. Personal Computer besaßen nun leistungsstarke 16-Bit-Prozessoren und Festplatten mit mehr als 40 MB Speicherkapazität. Da die Leistungsgrenze des FAT-Dateisystems bei 32 MB je Datenträger lag, mußten die Benutzer ihre großen Festplatten partitionieren, sie also im mehrere logische Datenträger unterteilen. (Spätere Versionen vom MS-DOS machten allerdings mit dieser 32-MB-Grenze Schluß.) 1990 wurde ein Hochleistungs-Dateisystem (High-Performance File System HPFS) als Teil des Betriebssystems OS/2 1.x eingeführt. Dieses Dateisystem ist insbesondere auf große Festplatten in 16-Bit-Rechnern ausgerichtet. Kurz darauf wurde die Erweiterung HPFS 386 als Teil des Microsoft LAN-Managers vorgestellt, welche die Vorteile des 32-Bit-Prozessors 80386 besser ausnutzt. Die heutigen PCs enthalten sehr schnelle Prozessoren und können mehrere, sehr große Festplatten aufnehmen. Das neue Dateisystem NTFS (New Technology File System) von Windows NT ist für diese modernen Rechner entwickelt worden. FAT und HPFS sind universell einsetzbar und schnell; daher sind sie weit verbreitet. NTFS ist mit diesen beiden Dateisystemen konsistent, bietet jedoch weitergehende Funktionen wie z.B. größere Flexibilität und Datensicherheit, die insbesondere für Unternehmen mit sicherheitsempfindlichen Daten von Interesse sein dürften. Bevor diskutiert wird, wie jedes dieser Dateisysteme die Daten auf der Festplatte organisiert, soll der nächste Abschnitt noch einmal in Erinnerung rufen, wie eine Festplatte eigentlich aufgebaut ist.

Der Aufbau von Festplatten

Jede Festplatte hat eine Ober- und eine Unterseite; Kreise auf jeder Seite werden Spuren genannt und Abschnitte innerhalb einer Spur Sektoren. Ein Sektor ist die kleinste physische Speichereinheit auf der Festplatte und umfaßt normalerweise 512 Bytes. Der Befehl format organisiert die Festplatte für ein bestimmtes Dateisystem in Spuren und Sektoren. Sofern Sie keine bestimmte Sektorengröße angeben, untersucht format Ihre Festplatte und legt die optimale Sektorengröße fest. Soll eine Datei auf die Festplatte geschrieben werden, stellt das Dateisystem eine ausreichende Anzahl an Sektoren bereit. Wenn z.B. jeder Sektor eine Größe von 512 Bytes hat und die Datei 800 Bytes umfaßt, werden für diese Datei zwei Sektoren zur Verfügung gestellt. Wird die Datei später auf die doppelte Größe erweitert (1600 Bytes), werden zwei weitere Sektoren bereitgestellt. Sind keine fortlaufenden (d. h. benachbarten) Sektoren verfügbar, werden die Daten an einen anderen Platz auf der Festplatte geschrieben – eine solche Datei heißt fragmentiert.  Die Fragmentierung wird dann zu einem Problem, wenn das Dateisystem die Teile der Datei an mehreren verschiedenen Orten zusammensuchen muß, wodurch Zeit verlorengeht. Die Zuweisung größerer Sektoren verringert die Fragmetierung, vergrößert jedoch zugleich die Wahrscheinlichkeit, daß ungenutzter Speicherplatz in den Sektoren verbleibt. Die Art und Weise, in der die Daten gelesen werden, hängt von den Indizierungsverfahren des Dateisystems ab. Die folgenden Abschnitte erklären, wie FAT, HPFS und NTFS die Daten speichern, indizieren und lesen.

Das Dateisystem FAT

Wie bereits erwähnt, leitet das Dateisystem FAT (File Allocation Table = Dateizuordnungstabelle) seinen Namen von der Methode ab, mit der es die Daten organisiert. Diese Tabelle stellt die Verbindung zwischen einer Zuordnungseinheit (ein oder mehrere Sektoren) und einer weiteren Zuordnungseinheit her. In dieser Illustration sehen Sie drei Dateien. DATEI1.TXT benötigt drei Zuordnungseinheiten. Hingegen benötigt eine kleine Datei wie DATEI3.TXT nur eine einzige Zuordnungseinheit. DATEI2.TXT ist eine größere fragmentierte Datei. In jedem Falle zeigt der Verzeichniseintrag auf die erste Zuordnungseinheit der Datei. Wenn die Datei über eine Zuordnungseinheit hinausreicht, zeigt die erste Zuordnungseinheit auf die folgende Zuordnungseinheit usw.; FFF bezeichnet das Ende einer solchen Kette von Zuordnungseinheiten. Das Dateisystem FAT ist sehr einfach aufgebaut, da es ursprünglich für kleine Disketten und unkomplizierte Verzeichnisstrukturen gedacht war. Es wurde im Laufe der Jahre ständig verbessert, so daß es mit der Speicherkapazität der Disketten und der Leistungsfähigkeit von PCs Schritt halten konnte. Mit MS-DOS 4.0 wuchsen die Einträge in der Dateizuordnungstabelle von 12 auf 16 Bit, so daß die Größe einer Festplattenpartition nicht mehr auf 32 MB beschränkt ist. Das Dateisystem FAT organisiert eine Festplatte folgendermaßen: Größe und Position des Stammverzeichnisses sind unveränderlich. Verzeichnisse sind eine besondere Form von Dateien, die aus 32 Byte langen Einträgen für die einzelnen Dateien des Verzeichnisses bestehen. Ein solcher Eintrag enthält folgende Informationen:

  • Dateiname (acht + drei Zeichen)
  • Attributbyte (8 Bits, siehe folgende Beschreibung)
  • Zeit der letzten Bearbeitung (16 Bits)
  • Datum der letzten Bearbeitung (16 Bits)
  • Erste Zuordnungseinheit (16 Bits)
  • Dateigröße (32Bits)

Auf diese Informationen sind alle Betriebssysteme angewiesen, die das FAT-Dateisystem unterstützen. Zusätzlich kann Windows NT noch Zeitmarken i n der FAT speichern, die darüber Auskunft geben, wann eine Datei angelegt oder wann zuletzt darauf zugegriffen wurde. Diese Zeitmarken werden hauptsächlich von POSIX-Anwendungen genutzt. An den Bits des Attributbytes für den Verzeichniseintrag einer Datei ist zu erkennen, ob eine Datei besondere Merkmale aufweist – ob sie beispielsweise in einem Unterverzeichnis steht oder eine Datenträgerbezeichnung besitzt. In der Regel werden diese Einstellungen einzig und allein vom Betriebssystem kontrolliert, mit Ausnahme vier besonderer Attribute, die auch der Benutzer verändern, sprich setzen und zurücknehmen kann: den Dateistatur als Archiv-, System-, versteckte und schreibgeschützte Datei. Windows NT 3,5 nutzt diese Attribute, um lange Dateinamen bis 256 Zeichen auf FAT-Partitionen zu unterstützen, so daß es weder mit der MS-DOS- noch mit dem OS/2- Zugriff in Konflikt gerät. Wenn ein Anwender eine Datei mit langem Dateinamen anlegt (wenn also ein Dateiname die 8+3-Grenze des FAT –Dateisystems unter MS-DOS oder OS/2 überschreitet oder aber erweiterte oder vermischte Zeichen verwendet werden), erstellt Windows NT einen konventionellen Verzeichniseintrag für diese Datei, in dem es genau dieselben 8+3-Namen verwendet wie für eine Datei auf einem NTFS-Datenträger. (Dies wird etwas später noch genauer erklärt). Zusätzlich zu diesem konventionellen Eintrag nimmt Windows NT noch einen oder mehrere Zweiteinträge für diese Datei vor, einen für je 13 Buchstaben des langen Dateinamens. Jeder dieser Zweiteinträge enthält den dazugehörigen Teil des langen Dateinamens in Unicode. Dazu setzt Windows NT im zweiten Verzeichniseintrag die Attribute für den Datenträger-, Nur-Lese-, den System- und den Versteckt-Status, um anzuzeigen, daß dieser Teil eines langen Dateinamens ist. MS-DOS und OS/2 ignorieren generell Verzeichniseinträge mit allen vier gesetzten Attributbits, so daß die Einträge für diese beiden Betriebssysteme gänzlich unsichtbar sind. Anstelle dessen greifen MS-DOS und OS/2 mit dem üblichen 8+3 Dateinamen auf die Datei zu, der im konventionellen Verzeichniseintrag für die Datei enthalten ist. Manche Utilities von Drittherstellern, die die FAT direkt manipulieren, verstehen die Verzeichniseinträge der langen Dateinamen eventuell als Fehler in der logischen Struktur des Datenträgers und können so beim Versuch, den Fehler zu beheben, die Verzeichniseinträge oder gar die Datei selbst beschädigen. Hüten Sie sich also davor, solche Utilities zu benutzen, um eine FAT-Partition, die von Windows NT genutzt wird, zu reparieren oder zu defragmentieren. Es sei denn, der Hersteller kann garantieren, daß das Utility zu Windows NT ab Version 3.5 voll kompatibel ist. Sie können bedenkenlos die Utilities Scandisk und Chkdsk einsetzen, die mit MS-DOS ab Version 6.0 mitgeliefert werden und damit beschädigte FAT-Partitionen wiederherstellen. Vom Gebrauch des Defrag-Utilities für eine FAT-Partition mit langen Dateinamen ist jedoch rigoros abzuraten, denn dies führt zum Verlust der Informationen der langen Dateinamen. Wenn Sie unbedingt ein Utility eines Drittherstellers zum Reparieren oder Defragmentieren einer FAT-Partition, die auch Windows NT benutzt, einsetzen wollen, dann setzen Sie den Parameter Win31FileSystem des folgenden Registrierungseintrags auf 1:HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Control\FileSystem Dies verhindert, daß Windows NT neue lange Dateinamen auf allen FAT-Partitionen anlegt, beeinträchtigt jedoch bestehende lange Dateinamen nicht.

Das Dateisystem FAT unter Windows NT

Das Dateisystem FAT arbeitet unter Windows NT genau wie unter MS-DOS und Windows. Sie können also Windows NT auf Ihrer existierenden FAT-Partition installieren. Sie können Dateien zwischen FAT- und NTFS-Datenträgern verschieben und kopieren. Beim Kopieren von NTFS und FAT gehen allerdings Berechtigungen und alternative Streams verloren.

DAS HPFS-Dateisystem

Das Hochleistungs-Dateisystem (HPFS) verfügt über mächtige Befehle, die es für die schnelle und effiziente Verwaltung großer Datenträger prädestinieren. HPFS unterstützt lange Dateinamen, die aus bis zu 255 Zeichen bestehen können. Hierdurch hat der Benutzer die Möglichkeit, den Dateien sinnvolle Namen zu geben. Bei der Formatierung eines Datenträgers reserviert HPFS die ersten 18 Sektoren für den Boot-Block, den Super-Block, und den Reserve-Block. Diese drei Strukturen werden verwendet, um das Betriebssystem zu laden, das Dateisystem zu warten und mögliche Fehler zu beheben. HPFS reserviert innerhalb jedes Datenträgers in Abständen zu 16 MB Platz für 2 Bitfelder zu je 2 KB. Jedes dieser Bitfelder enthält für jede Zuordnungseinheit (entspricht einem Sektor) seines 8-MB-Bandes ein Bit, das anzeigt, ob die entsprechende Zuordnungseinheit belegt ist. Abbildung 3 zeigt die Unterteilung eines HPFS- Datenträgers. Die Bitfelder befinden sich abwechselnd am Ende und am Anfang eines Bandes, so daß ein größtmöglicher zusammenhängender Speicherplatz für Daten zur Verfügung steht (also fast 16 MB statt lediglich knapp 8 MB). Darüber hinaus plant HPFS beim Schreiben neuer Dateien vor und läßt Platz zwischen neuen und existierenden Dateien, so daß zusammenhängender Speicherplatz auch dann bereitgestellt werden kann, wenn sich die Datei ausdehnt. Hierdurch kann HPFS die Daten sehr schnell lesen und die Fragmentierung der Dateien einschränken. Eine weitere Ursache des schnellen Datenzugriffs von HPFS sind sogenannte B-Trees. Ein B-Tree ist eine Baumstruktur mit einer Wurzel und mehreren Knoten, in der die Daten so organisiert sind, daß die gesamte Struktur schnell durchsucht werden kann. Die Wurzel enthält kurze administrative Informationen, eine Karte der restlichen Struktur und möglicherweise einige Daten. Die Knoten enthalten den größten Teil der Daten. Gerade bei großen, relativ vollen Festplatten treten die Vorteile von B-Trees gegenüber den linearen Listen des FAT-Dateisystems deutlich hervor. HPFS strukturiert mit B-Trees sämtliche Verzeichnisse und Dateien. Jedes Verzeichnis zeigt auf Fnodes genannte Knoten, die Auskunft über die Dateien dieses Verzeichnisses geben. Ein Fnode ist 512 Bytes lang und enthält einen Kopfsatz, den Dateinamen (auf 15 Zeichen abgeschnitten), die Dateilänge, erweiterte Attribute (EA), den Ort der Daten und eine Zugriffskontrolliste (Access Control List – ACL). Abbildung 4 zeigt den Fnode einer Datei, deren Daten in Bereich 1, Bereich 2 und Bereich 3 enthalten sind (mit Bereich ist ein Abschnitt zusammenhängender Sektoren gemeint). Wegen der in Abbildung 3 gezeigten Anordnung der Bitfelder kann ein solcher Bereich fast 16 MB lang sein. In Abhängigkeit von der Dateigröße kann ein Fnode auf bis zu acht Bereiche zeigen. Sollte die Datei so groß sein, daß dies nicht ausreicht, kann ein Fnode bis zu zwölf Zeiger auf Zuordnungsknoten aufnehmen, denen wiederum weitere Bereiche zugeordnet sind. Wenn der Fnode die erweiterten Attribute und die ACL-Information nicht aufnehmen kann, enthält er einen Zeiger auf diese Informationen. Alles in allem ist HPFS ein leistungsfähiges Dateisystem: Es kennt die in FAT nicht verfügbaren erweiterten Attribute, es arbeitet relativ schnell und effizient auf Festplatten bis zu einer Größe von 2 GB. HPFS hat jedoch auch einige Schwachpunkte: Wird ein Datenträger beispielsweise an seinem ersten Abschnitt beschädigt, der die Boot-Information und einen Zeiger auf das Stammverzeichnis enthält, ist der Datenträger für immer verloren. HPFS verwendet bei jedem Systemstart Chkdsk, um Fehler auf der Festplatte zu reparieren – dies kann sehr zeitaufwendig sein (Sektoren mit 512 Byte eignen sich nicht besonders gut für größere Datenträger).

Das HPFS-Dateisystem unter Windows NT

Einige Merkmale von HPFS sind bei Windows NT anders implementiert als bei OS/2. Beispielsweise unterstützt Windows NT weder HPFS-ACLs noch Hot-Fixing. (Diese Merkmale sind jedoch bei NTFS verfügbar.) Festplatten-Pufferung und Lazy-Write werden nicht vom Dateisystem verwaltet, sondern vom Windows-NT-Cache-Manager. Wenn Sie Dateien von NTFS nach HPFS kopieren oder verschieben, gehen sämtliche nicht von HPFS unterstützten erweiterten Attribute, Berechtigungen und alternative Streams verloren. Groß- und Klein- Schreibung haben bei HPFS im Gegensatz zu >NTFS keinerlei Bedeutung. Windows NT unterstützt HPFS vorrangig wegen der Abwärtskompatibilität zu Dual-Boot-Systemen wie OS/2 oder Windows NT. NTFS beinhaltet hingegen alle Vorteile von HPFS, bereichert noch um die Aspekte Zuverlässigkeit und Sicherheit. Wenn ein Datenträger für OS/2 verfügbar sein muß, dann ist auf jeden Fall die Formatierung mit NTFS der HPFS-Formatierung vorzuziehen.

Das NTFS-Dateisystem

NTFS stellt eine Kombination aus Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Kompatibilität dar, die weder von FAT noch von HPFS ist darauf ausgelegt, auf sehr großen Festplatten nicht nur Standardoperationen wie Lesen, Schreiben oder Suchen schnell auszuführen, sondern auch kompliziertere Vorgänge wie etwa die Wiederherstellung eines Dateisystems.

NTFS stellt auch Sicherheitsmerkmale bereit, wie sie für Datei-Server und High-End-PCs gefordert werden. NTFS unterstützt die Zugriffskontrolle auf Daten und Eigentümer-Privilegien, die insbesondere für sensible Unternehmensdaten wichtig sind. Während den gemeinsamen Verzeichnissen eines Windows-NT-Servers bestimmte Berechtigungen zugeordnet werden, können Sie bei NTFS-Dateien festlegen, ob sie gemeinsam genutzt werden sollen oder nicht. NTFS ist das einzige Dateisystem unter Windows NT, in dem Sie einzelnen Dateien individuelle Berechtigungen zuordnen können.

NTFS hat einen einfachen, aber sehr leistungsfähigen Aufbau. Aus der Sicht des Dateisystems ist alles und jedes auf dem NTFS-Datenträger eine Datei oder ein Teil einer Datei. Jeder zugewiesene Sektor gehört zu irgendeiner Datei. Sogar die Meta-Daten des Dateisystems (die das Dateisystem selbst beschreiben) sind Teil einer Datei.

Dieses Attribut-basierte Dateisystem unterstützt Objektorientierte Anwendungen, indem es sämtliche Dateien als Objekt mit benutzer- und systemdefinierten Attributen behandelt.

Die Master-Dateitabelle

Jede Datei eines NTFS-Datenträgers wird durch einen Eintrag in der Master-Dateitabelle

(Master File Table – MFT) repräsentiert.

Auch die MFT ist wiederum eine Datei. NTFS reserviert die ersten 16 Einträge dieser Tabelle für besondere Informationen. Der erste Eintrag beschreibt die MFT selbst; ihm folgt ein MFT-Spiegeleintrag.

Wenn der erste Eintrag der MFT beschädigt ist, liest NTFS den zweiten Eintrag, um die MFT-Spiegeldatei zu finden, deren erster Eintrag mit dem ersten Eintrag der MFT identisch ist. Die Standorte der Datensegmete der MFT und der MFT-Spiegeldatei sind im Boot-Sektor festgehalten. Ein Duplikat des Boot-Sektors befindet sich in der logischen Mitte der Festplatte

Als dritter Eintrag der MFT folgt die Logdatei, die für die Wiederherstellung von Dateien benötigt wird – sie wird noch detailliert erläutert. Ab dem 17. Eintrag beziehen sich alle Einträge der MFT auf die einzelnen Dateien und Verzeichnisse (die von NFTS ebenfalls als Dateien betrachtet werden) des Datenträgers. Abbildung 5 stellt die Struktur der MFT vereinfacht dar.

Die Master-Dateitabelle stellt jedem Dateieintrag eine bestimmte Menge an Speicherplatz zur Verfügung, in den die Attribute der Datei geschrieben werden. Kleine Dateien und Verzeichnisse (normalerweise bis zu 1,5 KB groß) können vollständig vom MFT-Eintrag aufgenommen werden. Abbildung 6 illustriert dies.

Hierdurch kann NTFS sehr schnell auf Dateien zugreifen. Halten Sie sich zum Vergleich noch einmal das FAT-Dateisystem vor Augen: Die Dateizuordnungstabelle listet Namen und Adressen aller Dateien auf. Die Verzeichniseinträge von FAT enthalten einen Index, der auf die Dateizuordnungstabelle verweist. Wenn Sie eine Datei lesen wollen, überprüft FAT zunächst anhand der Dateizuordnungstabelle, ob die betreffende Datei überhaupt existiert. Anschließend liest FAT die betreffende Datei, indem es die Zuordnungseinheiten der Datei nacheinander absucht. NTFS vermeidet all diese Schritte: Gleich nach dem Aufruf einer Datei können Sie mit ihr arbeiten. Die Master-Dateitabelle enthält Verzeichniseinträge ebenso wie Dateieinträge. Anstelle der Daten enthalten Verzeichniseinträge Index-Informationen. Kleine Verzeichniseinträge können vollständig von der Master-Dateitabelle aufgenommen werden. Größere Verzeichniseinträge werden in Form von B-Trees organisiert, deren Einträge Zeiger auf externe Cluster enthalten, welche diejenigen Verzeichniseinträge aufnehmen, die nicht mehr in die Master Dateitabelle passen.

NTFS im Vergleich zu HPFS und FAT

NTFS baut auf den Stärken von FAT und HPFS auf. Von FAT stammt die Philosophie „Leistung durch Einfachheit“. Die Geschwindigkeit erhöht sich, wenn es gelingt, die Anzahl der Datenübertragungen bei häufig auftretenden Operationen zu verringern. Von HPFS hat NTFS Technologien geerbt, die auf Geschwindigkeit und Flexibilität abzielen – so verwendet NTFS in Anlehnung an HPFS die sogenannten B-Trees, um die Geschwindigkeit zu steigern. NTFS unterstützt sowohl lange als auch kurze Dateinamen (8+3 Zeichen), so daß die Kompatibilität zu MS-DOS, HPFS und anderen Netzwerk-Clients wie z.B. OS/2, Unix, AppleShare und NFS gegeben ist. NTFS kennt mehrfache, erweiterte Attribute und stellt es zukünftigen Anwendungen frei, eigene erweiterte Attribute zu definieren. NTFS bietet Datensicherheit auf Fest- und Wechselplatten, was gerade für Unternehmen mit sicherheitsempfindlichen Daten wichtig ist. Nehmen wir an, Joe habe beispielsweise eine Wechselplatte in seinem Rechner, die als NTFS- Datenträger formatiert ist und nur Joe und einen anderen Mitarbeiter der Domäne zum Zugriff berechtigt, nämlich Ann. Ann arbeitet in einer Filiale des Unternehmens. Joe kann nun einfach die Wechselplatte aus seinem Rechner an Ann schicken. Da Anns Rechner zur selben Domäne wie Joe´s Rechner gehört, sind die Sicherheitsmechanismen innerhalb der Domäne des NTFS-Datenträgers intakt, und nur Ann kann auf die Daten der Festplatte zugreifen. Darüber hinaus bietet NTFS ein System für die Wiederherstellung von Dateien, das zuverlässiger als die entsprechenden Systeme von FAT und HPFS arbeitet. NTFS erfüllt die POSIX-Forderungen.

Fat32 bei Windows 98

Windows 98 bietet eine aktualisierte Version der Dateizuordnungstabelle (FAT32). Dieses aktualisierte Dateisystem ermöglicht eine standardmäßige Zuordnungseinheitengröße von 4 KB und die Unterstützung von EIDE Festplatten mit 2 GB.

1.Ein FAT32-Datenträger kann nicht mit Microsoft DriveSpace oder DriveSpace 3 komprimiert werden.

2.Auf FAT32-Datenträger kann nicht mit anderen Betriebssystemen zugegriffen werden.

3.FAT32-Datenträger können nicht mit MS-DOS, Windows NT 3.x, 4.x, Windows 1.x, 2.x, 3.x und Windows 95 (950) erkannt werden.

FAT32 enthält folgende Erweiterungen gegenüber früheren FAT Dateisystemen:

Unterstützung von Laufwerken bis zu 2 TB. FAT32 verwendet kleinere Zuordnungseinheiten (4 KB für Laufwerke bis zu 8 GB), um gegenüber großen FAT16-Laufwerken den Speicherplatz 10% bis 15% effektiver zu nutzen. FAT32 ordnet das Stammverzeichnis neu zu und verwendet die Sicherungskopie von FAT anstatt die Standardkopie. Zusätzlich wird der Bootdatensatz auf FAT32-Laufwerken um eine Sicherung von kritischen Datenstrukturen erweitert. Dadurch sind FAT32-Laufwerke weniger fehleranfällig als vorhandene FAT16-Datenträger. Das Stammverzeichnis auf einem FAT32-Laufwerk besteht aus Zuordnungseinheiten-ketten und kann sich an beliebiger Stelle auf dem Laufwerk befinden. Deshalb ist die Anzahl der Einträge im Stammverzeichnis nicht mehr beschränkt. Mit der Laufwerkkonvertierung können Sie ein Laufwerk in das FAT32-Dateisystem konvertieren, eine Erweiterung des Dateisystemformats "File Allocation Table" (FAT oder FAT16). Auf einem Laufwerk dieses Formats können Daten effektiver gespeichert werden, so dass mehrere hundert MB an zusätzlichem Speicherplatz auf dem Laufwerk frei werden. Abgesehen davon werden nach der Konvertierung Programme schneller geladen, und der Computer benötigt weniger Systemressourcen. Zwar hat die Konvertierung von FAT16 in FAT32 auf die meisten Programme keinen Einfluss, dennoch funktionieren manche Festplattendienstprogramme, die auf FAT16 basieren, nicht auf FAT32-Laufwerken. Die Laufwerkkonvertierung (FAT32) ist eine verbesserte Version der File Allocation Table (Dateizuordnungstabelle), mit der Sie ein Festplattenlaufwerk mit einer Größe von über 2 GB als ein einziges Laufwerk formatieren können. Bei der Laufwerkkonvertierung werden kleinere Cluster verwendet als bei FAT-Laufwerken, so dass der Speicherplatz wirkungsvoller genutzt werden kann. Mit der Laufwerkkonvertierung, dem grafischen Konvertierungsprogramm von Windows 98, können Sie eine Festplatte schnell und sicher von FAT auf FAT32 konvertieren.

Die Abbildungen sind nur in der Word 97/ 2000 Version vorhanden. (Download s.u. >> Fat_Word97-00)

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